Fünf Gedanken zu der Fujifilm GFX 50s

Nachdem das geliehene Model wieder heil zurück bei Fujifilm ist (hier nochmals vielen Dank an Fujifilm Deutschland!!), habe ich nun endlich Zeit das gesammelte Bildmaterial das mit der GFX entstand final zu sichten. Ich habe nicht vor einen technischen Aufsatz zu der Kamera zu verfassen -dazu gibt es genug hervorragende Quellen im Netz- sondern werde meine persönlichen Eindrücke schildern.

  • Das Handling

Kaum aus der Verpackung genommen und in der Hand, fühlte sich die Kamera sofort vertraut an. Da ich derzeit ausschließlich Kameras aus dem Hause Fujifilm nutzte, war die Umstellung auf den „größten Bruder“ kein Problem. Ein paar Funktionen auf die frei belegbaren Function-Buttons gelegt und los ging es.

Von den kleinen und relativ leichten X-Kameras kommend, erwartete ich eine große gewichtstechnische Umstellung, wenn ich nun mit der schwereren GFX und den doch erheblich größeren Objektiven für längere Zeit arbeiten würde. Zu meinem Erstaunen war dies nicht der Fall. Das ganze Equipment (GFX und drei Objektive) waren in den letzten Wochen stets mit dabei. Egal ob bei Arbeiten im Studio, oder auf der Bergwanderung mit meiner Familie. Der Rücken beschwerte sich nie! Was das Gewicht angeht, muss sich die GFX im Vergleich zu z. B. DSLR´s nicht verstecken. Erstaunlich, wieviel großartige Technik in immer kleinere Gehäuse passt.

  • Die ersten Arbeiten mit der Kamera

Aus: The Carpenter GFX 50S, GF63mm, Godox AD 200

Kaum 10 Minuten mit der Kamera angefreundet, hatte ich die erste Gelegenheit diese ausgiebig zu testen.  Die Aufgabe war, dokumentarische Bilder in einer Schreinerei aufzunehmen. Zwei Objektive (GF110mmF/2, GF63mmF/2.8) und ein Godox AD 200 waren im Einsatz. Kaum waren die ersten Bilder im Kasten, wurden diese mit einem breiten Grinsen am Bildschirm betrachtet. Der Detailreichtum und die Tiefe der Bilder waren kaum zu fassen.

Ein weiter Punkt, der mich sehr überzeugte war die Tatsache, mehr als genügend Bildinformationen an der Hand zu haben, falls ein Crop, oder größere Korrekturen -wie z.B. Belichtungskorrekturen- notwendig sein sollten. Die Möglichkeit, ungestraft Tiefen anheben zu können, oder einfach in die Extreme zu gehen ist wunderbar.  Sollte zwischendurch ein Bild vorhanden sein, das gefällt, aber großer Korrekturen bedarf, ist das kein Problem. Ein Hauptgrund für die Arbeit mit Kameras aus dem Hause Fujifilm sind die Sensoren, welche wunderbare Farben erzeugen. Gerade bei den Hauttönen ist das in meinen Augen besonders auffällig. Die GFX 50S fällt hier nicht aus der Reihe.

  • Im Studio

GFX50s, GF63mmF/2.8, Godox AD 600 Pro

Ein weiterer Grund für mein großes Interesse an der GFX ist die Arbeit in meinem Studio. Die Möglichkeit zu haben, in jeder Situation höchste Bildqualität liefern zu können ist fantastisch. Der Look des  Mittelformates ist jedoch der größte Pluspunkt in meinen Augen. Der Verlauf von Schärfe zu Unschärfe und die dadurch entstehende Dreidimensionalität ist nicht mit einem APSC-, oder Vollformatsensor zu vergleichen. Diesen Bildcharakter kenne ich in meiner fotografischen Tätigkeit nur von meiner analogen Mittelformatkamera Fujica GL690.

Die Kombination aus einem relativ kleinen Body mit einer bereits sehr großen Auswahl an hochwertigen Objektiven ist hervorragend.  Die Arbeit im Studio erwies sich als sehr angenehm und es war kein Problem über längere Zeiträume mit der Kamera aus der Hand zu arbeiten. Auch die Kommunikation zwischen der GFX und meinen Godox Blitzen (AD 200 und AD 600Pro) war stets reibungslos und vollkommen unproblematisch. Der Autofokus war erstaunlich schnell (was ich nicht erwartet hatte) und im Vergleich zu meinen X-Bodies im Studio kaum langsamer.

 

  • Unterwegs

 GFX 50s, GF110mmF/2.0

GFX 50s, GF110mmF/2.0

Aufgrund der Kompaktheit des Systems (Besonders in der Kombination mit dem GF45mmF/2.8, oder dem GF63mmF/2.8) war die Kamera mein täglicher Begleiter, der angenehm unauffällig daher kommt und durchaus auch für Dokumentar- und Streetphotography genutzt werden kann.

Ich bin eigentlich ein Bauchmensch, der spontan auf seine Umgebung reagiert. Zwar strukturiert, aber sehr flexibel und schnell.

Hier fiel mir ein großer Unterschied bei der Nutzung der GFX gegenüber der X-Kameras auf. Nämlich dass die Arbeit mit dem Mittelformat, extrem entschleunigt hat.

Das Arbeiten mit der GFX ist ein Erlebnis, das ich nicht genau in Worte fassen kann. So viel "Kamera" in der Hand zu haben, motiviert das fotografische Optimum heraus zu holen. Das ist Herausforderung und Spaß zugleich. Ich persönlich hatte jedenfalls den Eindruck, wesentlich langsamer und rationaler fotografiert zu haben.

Kurz erwähnen möchte ich auch noch die unglaubliche Druckqualität, die mit den Dateien aus der GFX erzielt wird. Ich kann nur jedem Interessierten empfehlen, sich hochwertig angefertigte Drucke anzusehen. Die Tiefe und Detailreichtum in den Bildern sind einfach nur beglückend.

  • Abschließend

Ich habe die Zeit mit der GFX 50s sehr genossen und für mich steht fest, dass ich demnächst das Mittelformatsystem von Fujifilm mit in meine fotografische Arbeit integrieren werde.

Ich freue mich sehr auf die weiteren Entwicklungen in diesem Bereich und kann mit Sicherheit behaupten, dass Fujifilm in naher Zukunft Maßstäbe setzten wird, was das digitale Mittelformat angeht.

Hier noch einige Bilder, die mit der GFX 50s entstanden sind: