Gedanken zur Fujifilm X100F

Viele Fotografen deren Arbeit ich seit längerer Zeit verfolge, schwärmen von den Kameras der X100 Serie.

Meine Neugier wurde derart groß, dass ich nach zwei Monaten des Zögerns, die neueste Kamera (X100F) nach hause brachte.

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Hier nun ein paar Gedanken zu der Kamera. 

Dabei möchte ich nicht auf technische Daten der Kamera eingehen, da diese überall leicht zu finden und nachzulesen sind.

Zu allererst ist das kompakte Design zu erwähnen. Die Kamera ist seit dem Kauf mein ständiger Begleiter, da sie aufgrund der geringen Größe in jede Tasche passt. Die Bedienung der Einstellräder und Tasten ist, von anderen Fujifilm Kameras kommend, sehr gewohnt und natürlich.

 

Einziger Wermutstropfen bei der Tastenanordnung ist die Q-Taste (Quick Menu). Diese ist in meinen Augen etwas ungünstig an dem rechten Rand der Kamera plaziert. So kann es passieren, dass, wenn man die Kamera mit der rechten Hand hält, die Q-Taste versehentlich mit dem Daumenballen aktiviert wird.

Für mich letztendlich aber kein großes Problem.

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Bei dem Durchsehen meiner Bibliothek ist mir aufgefallen, dass die X100F für eigentlich alle fotografischen Bereiche genutzt werden kann und sich erstaunlich gut schlägt.

Das fest verbaute 23mmF2 Objektiv (umgerechnet 35mm im Vollformat) zwingt mich aktiv an meiner Bildkomposition zu arbeiten. Das ist in meinen Augen zwar eine fotografische Herausforderung, aber sicher kein Nachteil.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, einen Tele- bzw. Weitwinkelkonverter anzubringen. Auch besteht die Möglichkeit (wenn man die Kamera im reinen "JPG-Modus" nutzt) den kameraeigenen digitalen Telekonverter zu nutzen.

Ich persönlich bleibe am liebsten bei der nativen Brennweite.

Nicht unerwähnt darf der eingebaute 3 Stop ND Filter bleiben. Dieser ist mit einem Knopfdruck aktiviert, ermöglicht Langzeitbelichtungen und eröffnet dadurch ein weiteres fotografisches Feld.

Von Dokumentation über Landschaft, Portrait und natürlich Streetphotography ist es eine Freude diese kleine Kamera zu nutzen.

Den Großteil der Bilder, die ich bisher mit der X100F geschossen habe, machen definitiv Straßenaufnahmen aus.

Das liegt an der "speziellen Natur" dieser Kamera.

Sie ist durch ihre Größe unauffällig und schüchtert Menschen nicht ein. Das Design,

welches an alte Rangefinder Kameras angelehnt ist, erweckt bei Außenstehenden, den Eindruck, dass es sich eine harmlose, nicht für den professionellen Einsatz entwickelte Kamera handelt.

Dadurch bin ich als Fotografierender getarnt und "harmlos". Dieser Umstand eröffnet mir im wahrsten Sinne neue Perspektiven auf meine Umgebung.

Ein weiterer Punkt der die Kamera so besonders macht, ist der Zentralverschluss (engl. Leaf shutter). Dieser Verschluss ist quasi unhörbar!! Was muss ich noch sagen!

 

 

 

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Abgesehen davon, dass ich unauffällig auf der Straße agieren kann, bietet der Zentralverschluss die Möglichkeit, HSS Aufnahmen mit jedem beliebigen Blitz machen zu können. Dies ist besonders für Produktionen außerhalb einer Studioumgebung interessant. Der Zentralverschluss ist derzeit sonst nur in teueren digitalen Mittelformatsystemen zu finden.  Zu dem Thema werde ich demnächst genauer schreiben.

 

Alles in allem macht diese kleine Kamera unfassbar Freude. Was die Bildqualität angeht, steht sie den größeren "Geschwistern der X-Serie" in nichts nach. Persönlich finde ich, dass die Dateien, welche die Kamera liefert einen eigenen Charme haben.

Die X100F eröffnet mir einen neuen fotografischen Ansatz. Tatsächlich bin ich, was die Streeetphotography angeht, mutiger und experimentierfreudiger in der Umsetzung meiner Bilder geworden, da ich sicher sein kann, nie zu aufdringlich zu sein.